• Sascha @ YOLO andersWO

Der innere Kompass - St. Petersburg

Aktualisiert: 10. Juli 2019

Heute auf dem Programm - die Eremitagräe....einer der größten Kunstsammlungen der Welt. Nach dem ich vom Louvre in Paris wirklich angetan war, jetzt die zweite grosse Kunstsammlung, obwohl ich kein wirklicher Kunstfan bin. Aber die Mona Lisa und die Werke, die man sonst nur auf dem Overhead Projektor aus dem Kunstunterricht kennt, live zu sehen, hat schon was. Von daher bin ich gespannt. Was dem noch mehr entgegen kommt, ist, dass ich mit meinem Studentenausweis sogar umsonst rein komme (sonst 700 rubel) .

Das streckt mein Tagesbudget wieder ein wenig. Prima! Ich muss mich zwar dafür in die lange Schlange der Ticketschalter stellen und kann nicht an die deutlich schnelleren Ticketautomaten, aber ich habe meine eigene Währung, die andere gerade nicht haben....Zeit! (P.S. Es ist auch möglich die Tickets online zu kaufen, aber eben nur ohne Ermäßigung).

Nach ein paar Stunden chinesischer Menschenmassen in der Eremitage ist es auch genug. Ich habe mich gut zehn mal verlaufen nur um den ägyptischen Teil der Eremitage zu finden. Dabei habe ich aber immer wieder neue Räume entdeckt. Man kann hier wirklich lange zubringen, wenn man sich alles genau anschauen möchte.

Für mich reicht das Erlebnis und hier und da ein genauerer Blick. Zum Beispiel zu dem 1,50m antiken Weinkühler. Die Russen wussten schon immer wie man feiert.

Wieder raus aus der Eremitage hole ich mir wieder was zu essen an einem der kleine Stände und ein Wasser. Die gibt es überall in St. Petersburg. Mit Eis, Hotdogs und Wasser ausgestattet. So muss man nie hungern.

So langsam sitzt auch das kyrillische Alphabet, so dass ich zumindest im groben weiß was mich erwartet. Es ist zwar lesen wie in der ersten Klasse....Buchstabe für Buchstabe und dann gibt man dem noch einen Sinn. Am lustigsten fand ich das.....da an dem Gebäude das entsprechende Symbol fehlte: Макдональдс.

Am dritten Tag sind auch zumindest Gespräche hinsichtlich grundlegender Bedürfnisse möglich, die sich meist wie folgt gestalten: Sdrasstwujti (Hallo) - Adin (eins) ....irgendetwas was ich haben möchte.....skolko (Wieviel?) - Spasiba (Danke) - Dasswidan'ja (is glaub ich klar). Das muss erstmal reichen und tut es auch. Die meisten Russen freuen sich, dass ich es versuche. Im Supermarkt geht es auch gar nicht anders, weil da dann kein Wort Englisch drin ist.

Nach der Eremitage das nächste Highlight. Der Petershof. Zumindest den Garten will ich mir auch hier anschauen. Den fand ich nämlich in Versailles schon toll. Wieder in die Metro und noch eine halbe Stunde Bus. Es geht zwar auch viel einfach er mit dem Boot in einer halben Stunde gesamt. Die Hinfahrt kostet aber 500 Rubel (P.s. die Rückfahrt übrigens 800-900 Rubel...die schlauen Russen :-) ). Die Busfahrt kostet 70 Rubel und macht irgendwie auch Spaß auch wenn keiner die Stationen ansagt und ich nicht genau weiß wann ich aussteigen soll. Google Maps hilft. Es ist heute echt viel einfacher zu reisen.

Der Garten am Peterhof ist toll. Durchaus von Versailles kopiert, aber eben mit einer Ostseeküste direkt am Ende des Gartens.

Wieder drängle ich mich durch 5 Millionen Chinesen und will mir noch ein Eis holen um durch den Park zu schlendern. Eine Kugle 150 Rubel ...nicht wenig. Aber was habe ich hier erwartet. Ich bestelle eine und der Verkäufer raunst mich an, dass das zu wenig wäre. »Aber ich könne doch eine nehmen?«, entgegne ich. »Ja, aber das ist schon sehr wenig!«. Dann sehe ich das die einzigen Waffeln die er hat, für ungefähr 3-4 Kugeln vorgesehen sind. Nicht mit mir. Er versucht es noch zweimal und gibt dann auf. Viel Waffel mit einer Kugel. Für mich okay. Er scheint nicht so glücklich. Das ist schon sehr Touri hier. Ein bisschen Abzocke hier, Gedränge da...ich will Abenteuer...keine Touri-Tour.

Am Ende des Gartens am Ufer der Ostsee, merke ich, ich muss mehr genießen. Ich drängle mich durch alle Spots und hetzte von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Wie in den Urlauben zuvor. Die mir eben nicht das Gefühl der Freiheit und des Abenteuers gegeben haben. Ich fotografiere viel, will alles festhalten. Was mit dem neuen Equipment auch ne menge Spass macht. Aber es ist MEINE Reise. Es ist keiner hier, außer ich - Der Ort an dem ich herade bin und ich.

Es stört niemanden wenn ich einen Tag länger bleibe oder kürzer oder erst mitten in der Nacht aufschlage, eine Zug später nehme oder eine Sehenswürdigkeit auslasse oder eben 1 stunde an der Ostsee sitze und nur den Möwen zuschaue. Ich bin noch so geprägt im alten Urlaubsmodus...alles sehen zu wollen und müssen... in 2 bis 3 Wochen und erst danach wirklich zu verarbeiten, was man gesehen und erlebt hat. Ich glaube davon kommt auch dieses starke Gefühl des Zurücksehnens nach dem Urlaub. Man hat zu wenig Zeit um die Eindrücke wirklich zu verinnerlichen.

Ich kann es mir gerade leisten wirklich in jedem Tag zu SEIN und nicht erst auf Fotos zu merken wie schön es war. Die Ostsee brise um meine Nase gibt mir recht und ich werde wohl mal einen mehr Pausen einlegen. In Moskau nehme ich mir mehr Zeit, beschließe ich. Viele meiner Freunde und Familie haben mir zum Auftakt der Reise geschrieben oder eindringlich gesagt: »Genieß es!«. So langsam verstehe ich was damit gemeint ist. Hier und jetzt.

Auch werde ich wohl nur noch die Dinge machen, bei denen mein Gefühl nicht sagt....mmmh das klingt nach Touristress und so richtig aufregend klingt es auch nicht....aber wenn man schon mal da ist. Ich sollte mehr auf meinen inneren Kompass hören. Das war schon immer die richtige Entscheidung ...wie mit Köln.

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