• Sascha @ YOLO andersWO

Glauben und die zweite Bestimmung - Neu-Delhi, Indien

Aktualisiert: Mai 14


Anflug auf Delhi - Die Millionenhauptstadt Indiens. Schon vom Flugzeug sehe ich, dass Delhi durchaus anders aussieht, als ich es mir in meinen wilden Träumen vorgestellt habe.


Die wilden Träume stammen dabei aber eher von Jan (Blog Nepal), der mir vor meinem Abflug auf der Hostelterrasse in Kathmandu nochmal alle Geschichten aus seinen letzten Reisen nach Indien netterweise mitgibt. Das reicht dann von «also Magenprobleme?!...solche Magenprobleme hattest du noch nie! Da räumt es dich aus in Indien! Kannst dich schon mal drauf gefasst machen!« - natürlich in gewohnt deutlichem Berliner Akzent - bis hin zu


«Dit is so dreckig da. Dit kannste keenem erzählen. Da pissen und k..ken die Kinder auf die Straße! Jahaaa! Neben dir!«.

Entsprechend eingestimmt bin ich etwas überrascht als ich vom Flugzeug zwar eine echte Großstadt sehe – Delhi hat ja nur knappe 19 Millionen Einwohner ….zur Verdeutlichung…das ist etwa ein viertel der Gesamtdeutschen Bevölkerung. Aber Delhi sieht von hier oben deutlich grüner aus, als ich das erwartet habe. Bäume und Parks…also zumindest, die die ich durch den leichten Smog, der über der Stadt liegt, ausmachen kann. Den gibt es dann nämlich schon Mal wirklich…den immerwährenden Dunstschleier über Delhi.





Und den spüre ich auch als ich bereits nach Sonnenuntergang in die erste indische Fahrradrikscha zum Hostel steige. Beim Atmen macht sich so ein gaaanz leichtes Kratzen im Hals bemerkbar. Ich kann die Staubpartikel förmlich im Gaumen zählen.


Feinstaubalarm in deutschen Städten ist gelinde ausgedrückt Pipikacka gegen Delhi. Auch wenn ich schon zehn Jahre nicht mehr rauche, wäre es wohl eine Freude die deutschen militanten Nichtraucher in Delhi zu sehen, die im Restaurant unauffällig auffällig mit einem gespielten Hüsteln auf ihre Lungengesundheit aufmerksam machen wollen, wenn sie ein wenig Rauch vom Nachbartisch abbekommen. In Delhi würde der eine oder andere von dieser Kategorie wohl um Einlass in eine dieser formschönen gläsernen Raucherkabinen mit zwölf enggedrängten Rauchern bitten, um etwas für selbige Lungengesundheit zu tun.


Die Lungengesundheit ist aber erstmal zweitens in der Fahrrad Rikscha, als der erste LKW mit Lichthupe haarscharf an meinem linken Knie vorbeischrammt, das etwas aus dem engen Gefährt hinausragt. Denn mein Rucksack und die Gitarre nehmen gut zwei Drittel des klapprigen Gefährts ein.


Und wider Erwarten erwische ich mich beim Grinsen:


«Das Chaos Indiens erleben - Wieder eine echter Welteindruck«,

denke ich bei mir, holpernd auf hartem Sitz. Das Schaukeln der Rikscha, die sich durch die dichtgedrängten Lichter des Verkehrs quetscht - der Fahrer, der meine 85 Kg plus Gepäck (der Bierbauch zählt als Handgepäck) dann doch meist stehend in den Pedalen bewältigten muss, das Klingeln und das Hupen als die erste Kuh behände und ohne jeglichen Stress im angespannten Verkehr kreuzt und natürlich das Kratzen im Hals. Ja, ich grinse.


Grinsen muss ich auch als ich am nächsten Morgen feststelle, dass ich in Indien ein Tucktuck auch per Uber bestellen kann?!?! Wie geil ist das denn?!

Und mit genau dem mach ich mich dann auch auf zur ersten Sehenswürdigkeit in Delhi. Dem Lotustempel.





Hunderte Schüler in immer gleichem Dress strömen hier hin. Ich folge zahm der Masse. Vor mir läuft eine Gruppe junger Schüler. Wobei einer von Ihnen humpelnd weit hinter die Anderen zurückfällt. Er hat um sein Bein ein klappriges Gestell, dass selbiges stützt. Im Grunde so wie im Film Forrest Gump. Nur, dass der Junge nicht wie im Film hinter seinen lachenden Kameraden anfängt zu rennen und das Gestell wie in Hollywood von Zauberhand von ihm abfliegt und er schneller als der Wind an ihnen vorbeizieht.


Nein. Nicht Hollywood.

Er bleibt schräg humpelnd zurück und es wartet auch keiner auf ihn - Kein Lehrer, kein Mitschüler. Ein erster Eindruck, dass das Leben in Indien anders und härter ist, als ich an dem Jungen vorbeilaufe, der eine Pause einlegt und das metallisch quietschende Geräusch, dass ihn begleitet, kurz verstummt. Bollywood. Nicht Hollywood.





Schon interessant diese Szene direkt vor dem Lotustempel zu sehen, dem Symbol für Weltfrieden. Alle Religionen sollen hier gemeinsam beten können. Ein spiritueller Ort also.


Erstmal Schuhe aus…das bin ich ja in Asien gewohnt, sobald man Häuser und heilige Stätten betritt, heißt es meist barfuß. Auch Socken sind dann oft tabu. Wie auch hier. Der Tempel ist im Inneren genauso beeindruckend wie von außen, dessen Form der Lotusblume nachempfunden ist und grauweiß im leichten Smog der Stadt leuchtet. Im Inneren, dass im Grunde aus einer riesigen Halle unter der Lotusblüte besteht, herrscht absolute Stille.


Und tatsächlich erfasst mich ganz plötzlich ein Gefühl der spirituellen Andacht an diesem Ort, also ich sehe wie die Menschen, die mit mir im riesigen Tempel sind, innig beten und ich bei einigen die Bedeutung in den Augen sehen kann, die dieser Ort für sie hat. Also nehme ich auch Platz auf einer der Kirchenbänke und gehe in mich.

«Soll ich für den Weltfrieden beten? …das kann ja dauern«, denke ich. Also nutze ich die Stille und den Moment und danke in mich gekehrt für das Glück und Privileg meiner Reise, während ich die imposante Decke des Tempels betrachte. Ich wünsche meiner Familie, Lieben und Freunden Gesundheit und Glück und auf eine Familie für mich irgendwann.


«Religion ist durchaus eine gute Sache«,

denke ich bei mir als ich auf der Bank links und rechts neben mich in die tief versunkenen Gesichter schaue…Naja zumindest wenn man Religion nicht als die einzig Wahre ansieht und zwangläufig für den Glauben alle Andersdenkenden dafür in deren jeweiligen Himmel schicken muss.


Glauben ist wohl das bessere Wort, denn Religion. Es sind nicht die Rituale, die so eine Religion im Kern ausmacht. Die sind wohl eher Zierde und geben eine gewisse Kontinuität. Aber Glaube spendet vielen Leuten Trost, Mut, einen Ort der Dankbarkeit und eben auch Gemeinschaft. Und Glaube gibt Raum auch einfach Mal die Innersten sorgen jemand zu erzählen, ob es der Pater, Muezzin oder Gott selbst ist. Und dann…dann verhilft Glauben dazu darauf zu vertrauen, dass alles gut wird und einen Sinn hat. In meinen Augen wohl das Wichtigste.


Zwar bleibe ich ganz entspannter Atheist. Das Prinzip des Glaubens ist aber auf meiner Reise durchaus zu einem sehr Wichtigen geworden und durfte es mehr als einmal erfahren dürfen, dass dieses Grundvertrauen, dass alles irgendwie gut wird und man immer - wirklich immer am richtigen Ort ist und alles dann irgendwann Sinn ergibt. Auch und gerade, weil es sich dieser Sinn manchmal seeeehhr viel später offenbart.


Das hilft ungemein und gerade mir stetig Getriebenen mehr Ruhe in die Dinge zu bringen. Ich muss nicht alles kontrollieren und kann es meist auch gar nicht. Aber ich kann Glauben, dass ich hier richtig bin und in mich und meine Fähigkeiten vertrauen. In modernen Zeitschriften würde man das wohl nicht Glauben, sondern das richtige Mindset nennen. Das Prinzip ist aber das Gleiche. Glauben hilft eben auch bei Atheisten…sonst würden wir uns ja nicht stetig die Daumen drücken.


«Mit Glauben allein, kann man sehr wenig tun. Ohne ihn jedoch gar nichts.« Samuel Butler

Notiz an mich…Ich wusste ja das Indien spirituell ist, neben dem Chaos....aber so schnell am ersten Tag...das überrascht mich als ich von der klimatisierten Kirchenbank wieder hinaus in die 33 Grad schreite.


Und Delhi hält noch weitere spirituelle Überraschungen bereit. Nur auf eine etwas -sagen wir mal andere Art - als ich den Akshardham Tempel besuche. Einer der schönsten Orte für mich in Delhi überhaupt, der irgendwie vom Gefühl eine Mischung aus Petersdom und Angkor Wat ist.





Wobei der Petersdom gegen das Ding aus meiner Sicht einpacken kann. Das Gebäude ist die Glaubensstätte einer Sekte und noch gar nicht so alt. Ich bin nur von recht wenigen westlichen Touristen umgeben, da das Gebäude etwas außerhalb von Delhi liegt. Und das tolle, wie in vielen Tempeln in Delhi…es ist kostenlos. Auch hier sind Rucksack und Fotos, sowie Schuhe nicht erlaubt und ich kann den Tempel unbeschwert genießen, um mich auf die spirituelle Energie (Hashtag #sarkastischer Unterton) einzulassen. Die mich nach kurzer Zeit mitten im Tempel auch hart trifft. Oder besser gesagt, sehr weich, ganz weich, fast flüssig, um genau zu sein.


Mein Magen rebelliert. Und zwar plötzlich und so wie ich es bisher selten hatte. Jemals. Das ist er also der berühmte Delhi Belly oder zu deutsch: Delhi Bauch. Schlagartig und um so heftiger, muss ich jetzt fest dran glauben eine Toilette zu finden. Die sind zum Glück – im Gegensatz zu sonstigen Toiletten in Indien – echt toll und sogar in westlichem Stil - also kein Hocktoilette. Ich bin mal wieder am richtigen Ort für den Delhi Belly…oder besser gesagt Örtchen.


Problem in Indien und auch in Nepal – wie so schön in Jürgen von der Lippes Song «Guten Morgen liebe Sorgen« beschrieben. «Whoa! Ferdddig! Wo ist das Papier?« Das gibt es auf Toiletten hier meist nicht. Am besten ist also sein eigenes dabei zu haben, was sich jedoch in meinem Fall im am Eingang abgegebenen Rucksack befindet.


«Sch…..!«

Und doch…da ist er wieder einer dieser Momente, unverhofft an diesem Örtchen, hilft mir eine kleine ungewöhnliche Entscheidung, die ich am Eingang des Tempels getroffen habe.


Ich kaufe sonst nie Reisebroschüren von Tempeln, sondern will die Gebäude auf mich wirken lassen und selbst entdecken. Aber diesmal …wie es der Zufall will…habe ich mir eine solche Broschüre am Eingang gekauft. Warum auch immer?!!? Jetzt jedoch stellt sich diese Broschüre als einziger Gegenstand heraus, der sich mit mir an diesem Örtchen befindet.


Also lese ich mir -der Ordnung halber - auch jede Seite vorher durch, bevor ich diese dann Ihrer zweiten Bestimmung zuführe.

Nur die letzte Seite verschone ich, die das Konterfei des Sektenführers zeigt. Ich möchte dann doch keine schlechten Omen für meine Reise heraufbeschwören.


Ja, irgendwie leitet mich immer irgendwas auf dieser Reise und wenn es eine kleine Entscheidung wie eines Reisebroschüre ist, die mir ja eigentlich am Arsch vorbeigehen…Moment…hier ja auch. Und ich glaube fest daran, dass auch der Delhi Belly vorbeigehen wird und ich weiterkann.


Ein paar Eindrücke von Delhi u.a. rotes Fort (Was ich übrigens gar nicht so toll fand. dafür den Safaga Tempel in dem man sogar meist allein ist. (Das mit dem Pool)





Wo genau hin, weiß ich noch gar nicht in Indien. Ich will wieder mit dem Zug reisen. Ich habe das Zugreisen wieder für mich entdeckt in Russland. Das langsame Reisen. Hier komme ich ins Gespräch mit Mitreisenden, kann schreiben und langsam die Veränderung der Landschaft verfolgen. Herrlich. Die meisten Einladungen nach Hause von Einheimischen habe ich übrigens im Zug bekommen. Also soll es auch hier der Zug sein, was ja in Indien eine Erfahrung für sich sein soll.





Im Internet habe ich von einem flexiblen Bahnticket gelesen und ich will mich darüber informieren. Das Ticket gibt’s laut Internet im offiziellen Touristenbüro in Delhi. Also geht’s als nächstes da hin. Sollte ja kein Problem sein.


Nach Sightseeing treffe ich in der U-Bahn auf einen jungen Inder und wir kommen ins Gespräch. Erst ist Student…. Normalerweise will dir in Indien erstmal jeder etwas verkaufen…entsprechend bin ich misstrauisch. So langsam bin ich es nach 2 Tagen Delhi gewohnt, die hartnäckigen Händler deutlich abzuweisen. Ein Freund hatte mir im Vorfeld zu Indien gesagt:


«Als Westler in Indien, sehen die meisten dich nur als laufendes Dollarzeichen.«

Und der Vergleich ist auch aus meiner Sicht gar nicht so schlecht. Trotzdem bleibe ich meiner Linie treu, dass jeder eine Chance verdient hat.


Der junge Student ist einfach nett und macht auch keine Anstalten mir etwas zu verkaufen. Er erzählt mir seine Geschichte – ich meine. Er ist auf dem Weg in die Innenstadt und will seine Freundin treffen und ich eröffne ihm, dass ich zum offiziellen Tourist Office möchte. «Das von der Regierung?« fragt er. Und ich bejahe. Er will auch ein Bahnticket kaufen und sich dann dort mit seiner Freundin treffen. Er kann das Bahnticket auch im Tourist Office kaufen und bietet mir an mich dahin zu begleiten, da seine Freundin da ganz in der Nähe ist. «Alles klar.«


Kleiner Einschub…Ich weiß, dass es viele Schlepper in Delhi gibt.


Aber seine Story scheint irgendwie zu passen und es kommt mir irgendwie weit hergeholt vor, dass er mich an einer untouristischen U-Bahn-Station abfängt und gelassen 9 U-Bahn-Station mit mir fährt in dessen Richtung er sowieso wollte.


Und tatsächlich kurz vor dem Büro verabschiedet er sich und zeigt auf ein Ladengeschäft mit dem Namen «Government Tourist Office«. «Mmmh…. Hatte ich doch wieder recht, den Leuten eine Chance zu geben«, denke ich bei mir als ich den Laden betrete…aber warte, ich hatte da leider verkannt, dass Indien anders ist, als das so wohlgesonnene Nepal.


Der Mitarbeiter begrüßt mich mit: «wir sind von der Regierung. Vielen Dank für Ihren Besuch in Indien.« Das Büro selbst ist professionell eingerichtet, sauber und ich bekomme ein Kaffee und viele Infos zu möglichen Zielen. Wie toll und doch…wird irgendwie nach 20 Minuten aus der einfachen Info, dann doch irgendwie ein Gespräch, in dem mir vor vielen Dingen Angst gemacht wird.


«Du musst schnell kaufen, denn bald sind Feiertage und da gibt es keine Tickets mehr«. Mmmh. Das kenne ich tatsächlich aus Nepal. (Blog Nepal fest). Beim Preis hört aber der Spaß dann doch auf für mich. 700€ für ein einfaches Bahnticket, meint der Mitarbeiter. Okay?!?!?…jetzt bin ich doch stutzig. Ich dachte Indien ist ein günstiges Reiseland. «Das Ticket gibt’s nur für Touristen während der Festtage«. «Im Ticket sind dann auch schon Unterkünfte enthalten. « meint er.


Okay. Stopp. Wat? Ich dachte das ist ein flexibles Ticket. Vorgebuchte Unterkünfte klingt irgendwie nicht nach flexibel und ist auch mal gar nicht meine Art zu reisen. Also Frage ich nach…«geht das auch ohne Unterkünfte?« « Nein, das Bahnticket vom Staat gibt’s nur mit Unterkünften« ist die trockene, aber bestimmte Antwort des Herren.


«Oh…Aha« antworte ich und denke…


«Verarschen kann ich mich allein.«

Im Internet finde ich eine Seite der Regierung, die das Ticket für 200 Dollar anbietet. Und ich zeige es dem netten Herrn, der mich überrascht ansieht. Und plötzlich fällt der Preis um die Hälfte. Bei der Preis ist heiß würde jetzt der Ton für den Zonk ertönen. Offizielles Touristenbüro, was? Wohl nicht wirklich. «Ich komme gern morgen wieder und kaufe dann«, erwidere ich. «Morgen gibt’s keine Tickets mehr« entgegnet der nun doch aufgeregte Mitarbeiter. Okay, jetzt hast du dich selbst ins Abseits geschossen und höre noch wie zwei deutsche Mädels die Tickets für 700€ am Nebentisch kaufen als ich den Laden verlasse.


Als mich direkt davor ein Shopbesitzer anspricht. «Das ist nicht das offizielle Touristenbüro« meint er. «Danke, das weiß ich auch schon«. Entgegne ich. «Das richtige ist an dem großen Kreisverkehr. Schau bei Google nach«, erwidert er. Ich checke es und es stimmt. Der Shopbesitzer bietet mir an mich da hin zu bringen und setzt sich mit mir in ein Tucktuck. Die Google Karte habe ich diesmal aber offen und verfolge den Weg des Fahrers.


Es passt. Wir steigen aus. Gehen ins nächste Büro «Government Tourist Office« steht auf einer strahlend sauberen Tafel vor dem Gebäude.


«Geht doch«


denke ich. «Ich habe gehört, du warst im falschen Government Büro« sagt der nette Mitarbeiter zu mir, während er mich in sein Büro geleitet. Im Büro steht ein dunkler Mahagoni Tisch und ein Ledersessel mit Diamantnieten in der Lehne.


«okayyyyy?!?! Regierung??!?!! Das glaubst du doch selber nicht«

denke ich bei mir. Aber man weiß es ja nicht. Bisher war ich in noch keinem Regierungsgebäude. Also will ich hören, was er zu sagen hat.


Und er beginnt…Und zwar mit genau der gleichen Story aus dem letzten Büro! Ich kippe meinen Kopf schlagartig genervt nach hinten und verdrehe die Augen. «Echt jetz?!«. «Das ist DAS offizielle Touristenbüro der Regierung?« frage ich eindringlich. «JA!« antworten die mittlerweile 3 Herren im Raum einheitlich.


«Na klar. Und ich bin Neil Armstrong.«

«Nice to meet you Neil. « Wieder Kopf in Nacken.



Ich stürme aus dem Laden, verfolgt von drei Männern, die mir hinter rennen und mir versichern, dass sie von der Regierung sind. Selbst als ich ihnen die offiziellen Internetseiten der Regierung zu den Tickets und die Infos dazu, beharren die Jungs auf ihre Story. Learning 1 in Indien: Die Inder nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau, wenn du als laufendes Dollarzeichen wahrgenommen wirst. Also suche ich jetzt selber. Die Fragetaktik hat prima funktioniert in Indien (# wiedersarkastische Unterton)

Ganz in der Nähe werde ich aber fündig. Das wirklich offizielle Touristenbüro der Regierung. Nur etwa 100 Meter entfernt. Auch wieder mit dem Schild «Government Tourist Office«.


Woran ich erkannt habe, dass ich richtig bin? Nummer Eins: das Eingangsschild war dreckig nicht strahlend sauber. Nummer 2: Wenn du das offizielle Touribüro betrittst schaut dich kein Schwein mit dem Arsch an. Kein Kaffee, kein herzlich willkommen, kein Diamantsessel. Aber…ich bekomme hier wenigstens die richtigen Infos auch wenn mich der der Mitarbeiter dabei so anschaut als wolle er jetzt doch bitte wieder weiter Kaffeetrinken. Ja, wenn du die spirituelle Energie eines leicht angestaubten Kleinstadt Arbeitsamtes spürst, dann, ja dann bist du richtig.






Ja, Indien hat jetzt schon viel von seiner spirituellen Energie für mich offenbart. Unverhofft und ganz anders als gedacht. Vor allem über Glauben. Glauben, dass alles gut wird, wenn dich der Delhi Belly heimsucht und du nicht jedem Glauben kannst…


...und das der Wert einer 10 Cent Broschüre in manchen Situationen deutlich steigt.
103 Ansichten

Hinterlasse mir deinen Kommentar! :-)

(keine Angst - Deine Mailadresse wird nicht veröffentlicht)

Die besten Blogs!...

Hast du eine Frage?

Schreib mich an!

  • YouTube
  • Instagram