• Sascha @ YOLO andersWO

"Russland is nich Mallorca..."

Aktualisiert: 11. Juli 2019

Was für ein erster Tag...ich liege jetz im Hostel, was zwar schwer zu finden war aber schnell durch den herzlichen Empfang der jungen Besitzerin wett gemacht wurde. Sie rettete mich sozusagen an der Tür zum Hostel nachdem ich seit gut 10 Minuten versucht habe selbige zu öffnen...vergeblich. Denn das Zahlengebilde am Hauseingang, was ich für ein Codeschloss hielt, war nämlich gar keins, sondern die Klingel. Der Clou dabei ist, dass man über die Zahlenkombinationen eben das Apartment anwählt und dann noch die Seite.

...also in dem Fall Apartment 16 und die Seite B als Zahlen/Buchstabenkombination digital eingeben muss... Dann klingelt es an der richtigen Stelle. Leider war ich dafür einfach zu blöd und meine Hostelgastgeberin kam gerade recht zur Tür raus, um mich hinauf zu begleiten. Sie zeigt mir alles...meine Koje, meinen Spind, das Bad. Und sie eröffnet mir - ganz beiläufig - dass gerade eine sehr sehr junge russische Hochleistungssport-Mädchenklasse das Hostel im Grunde für sich in Beschlag genommen hat. Somit bin ich der einzige Mann und auch Erwachsene im 10 Mann/Mädchen Schlafsaal. Das fängt ja super an! Es wird zumindest jetzt schon nicht langweilig. Mal sehen was die Nacht hier so bringt....meine Gedanken sagen mir....entweder die Mädchen drehen richtig auf - also in der Manier, in der ich meine Sport- und Jugendherbergsausflüge in Erinnerung habe oder sind um 9 im Bett und es ist Totenstille im Hostel. Aufgrund der anwesenden zwei Betreuerinnen, die natürlich im benachbarten Hotel schlafen, jedoch Abends noch im Hostel sind, tippe ich auf letzteres und liege damit gold richtig.....deswegen tippe ich diese Zeilen übrigens auch auf dem Handy, um die Mädels 22:30 Uhr (!) nicht unnötig zu stören.

Früh im Bett....der Tag war ja auch anstrengend...ein wenig schlaf tut mir gut. Ich bin echt müde, obwohl es ja nur ein kurzer Flug von knapp 3 Stunden war. Was mich vielmehr gestört hat, war der unnötige Stress mit Aeroflot am Flughafen Düsseldorf.....Nachdem Peter - mein guter Freund - mich pünktlich 7:30 Uhr für die Fahrt zum Flughafen von zu Hause abgeholt hat und Sonntagmorgens der Verkehr nach Düsseldorf überschaubar ist, sind wir viel zu früh um 8:30 Uhr am Flughafen.

"Dann gehen wir noch schön was frühstücken. Der Flieger geht erst um 11."

schlagen wir vor....Nichtsahnend, dass wir zwar frühstücken werden, aber eben nur im 5min Eiltempo und den zu heißen Kaffee müssen wir leider zur Hälfte auch noch stehen lassen. Aber zurück zum Anfang.....Entspannt kommen wir um 9 zum Check-in...der müsste schon offen sein...die Schlange lässt dies auch hoffen. Doch diese bewegt sich nicht. Irgendetwas fehlt dem Personal um den Schalter zu öffnen. Wir haben bis jetzt auch nicht herausgefunden was... Erst 9:40 Uhr geht der Schalter auf und es geht kann los gehen...okay... Boarding 10:25 Uhr, Security check und internationale Passkontrolle..da muss ich noch durch....könnte eng werden. Wir stehen zum Glück recht weit vorn in der Schlange zum Check-in...waren ja früh da. 9:50 Uhr..Wir sind dran....Rucksack aufs Band....die Gitarre ist Handgepäck....«Äh, nein. Die Gitarre kommt so nicht mit« meint die leicht ruppige blonde Flugbegleiterin hinter dem Schalter. »Die müssen sie aufgeben.«, »Das is doch nur ne halbe Gitarre« entgegne ich. Ich habe mir für die Flüge und die Transsibirische extra eine Gitarre gekauft, die eben nur halb so groß ist, wie eine Normale. Laut Gepäckbestimmungen der Airlines nie ein Problem ...laut meinen Recherchen auch bei Aeroflot nicht. Wohl doch. »Ja, aber die Maße sind zu groß. Da müssen sie sich besser informieren! Das kostet 50 Euro extra.« Toller Service, denk ich mir....Von mir aus.... »Aber erst zum Aeroflot Schalter bezahlen.« »Wo is der denn?«, fragen wir. »In Terminal B«...Wir sind in C....kurz vor 10. «Ach so. Und der Rucksack muss auch zum Sperrgepäck.», bekommen wir noch mit auf den Weg. Also dann vom Aeroflot Schalter wieder zurück in Terminal C zum Sperrgepäck. Gut, dass Peter dabei is, denke ich. Also ab in Terminal B...Gitarre bezahlen...und zurück. Aber natürlich hat der nette Mitarbeiter noch eine Überraschung: »Sie fliegen nach St.Petersburg, richtig?» «Äh, laut Ticket, ja.« »Sie haben wohl Vor- und Nachnamen bei der Buchung vertauscht.« »Was habe ich? Ich dachte ich kann lesen» Anscheinend nicht.

»Da stehen sie gar nicht auf der Liste! Das kann problematisch werden. Vergessen sie nicht das ist Russland nicht Mallorca! Hin kommen sie, aber vielleicht kommen sie dann nicht rein.«

Das wäre jetzt ziemlich blöd zum Auftakt, denke ich, während Peter die Lage mit einem Schwätzchen entspannt. «Waren sie denn schonmal da - in Russland?« fragen wir. »Nein, leider nicht.« Ich denke mir meinen Teil und wir gehen... zurück zum Sperrgepäck. Das geht schnell kurz nach 10. Mmmh....Hunger. Ich habe noch nix gegessen und getrunken. Keine Ahnung wie die Einreise verläuft. Im Zweifel gibt es ne Zeit lang nix. N Brötchen und n Kaffee muss noch sein. Peter hat ein nettes Café gesehen,.....beim Aeroflot Schalter. :-D...na dann da hin. 5 min essen ...»okay jetzt muss ich«. Ich umarme Peter und wir gehen unserer Wege. Schön, dass er dabei war. 10:15 Uhr....Zum Glück ist nicht viel los bei der Security. Schnell durch .....10:25 am Gate. Boarding 5 min später. Wär auch noch der Kaffe gegangen. :-). Danke dir Peter für deine Hilfe und das Fahren. War toll dich beim Abschied da gehabt zu haben.

Am Flughafen besorge ich Rubel und eine Handykarte für Russland. Unbegrenztes High Speed Internet für 12 Euro im Monat plus 800 Freiminuten...okay Germany ...look to the east. Durch die Zeitverschiebung in St. Petersburg, Metrofahrt, Geld besorgen und Handykarte komme ich erst gegen 6 im Hostel an. Aber raus gehe ich noch.

Ich frage die Hostelbesitzerin nach einer Empfehlung um was zu essen....KFC. Okay..... nein gerade nicht. Dann eben auf eigene Faust, wie immer. Ich finde in der nähe ein kleines Pelmeni-Restaurant (Gefüllte Teigtaschen...eine russische Spezialität)

und hole mir dazu einen schönen starken Kaffee, der heute morgen stehen geblieben ist. Sonst wäre ich echt eingeschlafen. Noch ein paar Ründchen durch die Gassen und ich werde plötzlich wieder wach! Warum? Ich habe noch noch nie so viele Schönheiten des anderen Geschlechts in solcher Dichte gesehen. Egal wo ich hinschaue! Später im Hostel lese ich, dass St. Petersburg so eine Art größtes Wartegleis für Models in Europa ist, die auch sehr gern in Hostels leben und auf Jobs oder die Entdeckung warten. Und ich habe ne Schulklasse! Das mit den Models schreibe ich auch direkt einem guten Freund, der direkt überlegt die 500 Euro für nen kurzfristigen Flug nach St. Petersburg in die Hand zu nehmen. Ich nenne bewusst keine Namen. ;-). Hätte mich aber gefreut.

Und so geht der erste Tag der Weltreise zu ende...ruhig und erschöpft mit süßen Träumen für den nächsten Tag. Und hoffentlich turnt die Jugendmannschaft nicht schon um 6 Uhr quietschfidel durchs Zimmer.

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