WIE LANGE

will ich reisen?

Wie lange möchte ich reisen? Ich sitze in einem Kaffee in Kazan (Russland) und denke genau darüber nach. Ich schreibe diesen Beitrag bewusst erst jetzt, da mir vor der Reise so viel dazu durch den Kopf ging. Mit meiner Ex-Freundin wollte ich den Kompromiss suchen und meinte …wie wärs wenn ich 2-3 Monate reise und du mich besuchen kommst. Leider ging auch das nicht. Vor 6 Monaten als ich dann auf mich allein gestellt, nun unabhängig und von keinen zumindest Beziehungstechnischen Grenzen mehr umgeben war, musste ich mich damit also auseinandersetzten. Der Job war auch schon gekündigt. 

 

Welche Grenzen gibt es dann? Und vor allem welche Möglichkeiten gibt es? Die wichtigste Grenze ist natürlich das Geld. Ich habe ein begrenztes Budget. Wenn ich dann den ein oder anderen Weltreiseblog oder Youtubekanal durchstöbere, sollte ich mit meinem Budget jedoch ungefähr ein Jahr hinkommen. Natürlich hängt das von meinem Reisestil ab, wieviel ich davon pro Tag und Monat verbrauche. Hotels oder Hostels? Der Unterschied im Wort ist nur das Vertauschen von einem Buchstaben aber es macht den Unterschied zwischen mehreren Monaten oder einem Jahr reisen aus. Grenze und Möglichkeit ist das Budget. Wenn möglich möchte ich so lange wie möglich reisen. Möglich ist also sicher ein Jahr. Gerade wenn ich die Liste der Länder sehe, die ich besuchen möchte, wird mir schnell klar, dass ein Jahr recht schnell vorbei sein kann. Wie gesagt …ich möchte nicht nur Länder abhaken, sondern Sie erfahren. Und dazu muss ich etwas langsamer reisen. 

 

Zudem gestaltet sich das Thema „Work and travel“ mit Ü30 auch etwas schwieriger. Denn das ist ab 33 zum Beispiel in Australien und vielen anderen Ländern dann leider nicht mehr möglich. Zumindest nicht legal. Die Möglichkeit einfach nach Australien zu fahren und mir den sicher teuren Aufenthalt mit Arbeiten zu finanzieren, wird also so nicht klappen. Ich muss mich selber finanzieren. Einzige Ausnahme ist übrigens Kanada, wo work and travel bis 35 möglich ist, jedoch nur etwa 4000 Personen pro Jahr ein entsprechendes Visum erhalten. Kanada steht aber auch gerade nicht auf meinem Plan. 

 

Die zweite Grenze ist die Bürokratie in Deutschland. Ich möchte ja auch wieder zurück. Ich habe jedoch keinen Job mehr und dann auch sicher keine Rücklagen mehr. Ohne Job und Geld in Köln ne Wohnung finden. Nahezu unmöglich. Aber es gibt zum Glück das deutsche Sozialsystem, in dass ich ja die letzten Jahre fleissigst Höchsätze eingezahlt habe. Die Beratung bei der Agentur für Arbeit eröffnet mir, dass ich ab dem Tag an dem ich Arbetslos bin 24 Monate lang Arbeitslosengeld für einen Auszahlungszeitraum von 12 Monaten erhalte. Jedoch werden mir 3 Monate Speerzeit eingeräumt, da ich selbst gekündigt habe. Das heißt im Klartext. Sofern ich nicht direkt einen Job nach meiner Rückkehr finden sollte, könnte ich Arbeitslosengeld für 9 Monate erhalten. Und das lässt sich sehen, wenn man Höchstsätze eingezahlt hat. Einzige Vorraussetzung ich muss innerhlab von 12 Monaten nach der Kündigung wieder da sein, um den Anspruch persönlich geltend zu machen. Heißt ganz klar. Ich habe zum 31.07.19 gekündigt und muss vor dem 31.07.2020 persönlich bei der Agentur für Arbeit vorstellig werden, um den Anspruch geltend zu machen. Mein Fangnetz wenn alles schief geht. Danke Sozialsystem. 

 

Dann natürlich noch die Krankenversicherung….Die kann man für ein Jahr als Weltreisende für etwa 450-700 Euro pro Jahr bei Anbietern wie STA Travel oder Hansemerkur abschließen. Meine habe ich bei der HanseMerkur abgeschlossen – ohne USA und Kanada, da dies gleich 200 Euro mehr kostet. Sie läuft ein Jahr bis 30.06.2020. Also eine weitere Grenze….sonst muss ich erneut bezahlen.

 

Okay. Damit habe ich meine Grenzen: Budget….Arbeitsamt und Krankenversicherung mit dem 31.06.2020….und zu guter Letzt natürlich meine Lust und Laune. Vielleicht vermisse ich den Karneval im Februar zu sehr …aber das liegt noch in weiter Zukunft. Deswegen schreibe ich den Beitrag auch erst jetzt. Denn meine Spekulationen wann ich denn wieder zurückkomme gingen im Vorfeld der Reise von 2 Wochen bis »du kommst eh nie wieder«. Worte von meinen Freunden wie, »Wenn du nach 2 Wochen wieder da bist, dann hast du es wenigstens versucht und wir können wenigstens wieder feiern gehen.« haben mir hier übrigens wirklich sehr geholfen, um die letzten Zweifel zu überwinden. 

 

Jetzt wo ich wieder angekommen bin im Reisen, merke ich wie sehr ich in meinem Element bin. Also um die Frage zu beantworten, wie lange ich reisen will. Wenn es das Budget hergibt, so lange die Grenzen es hergeben, das ganze Jahr. Ich werde sowas wohl nie wieder machen. Dann doch so lange ich kann. Mal schauen, was ich in ein paar Monaten sage.

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